MYANMAR 7: BAGAN

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oder lese von Anfang an – Myanmar 1: Yangon

Meine Vorfreude auf Bagan war riesig. Dies sollte das Highlight meiner Myanmarreise werden. Ich konnte es nicht abwarten beim Sonnenaufgang die Heißluftballons über die Ruinen der vielen Tempel aufsteigen zu sehen.  

In der Realität sah natürlich alles ganz anders aus. Als wir am späten Nachmittag an der Busstation in Bagan ankamen anstatt wie vorher abgesprochen bis zum Hotel gebracht zu werden wartete schon die erste Überraschung auf John, meinen Reisepartner, und mich. Dutzende Taxifahrer belagerten schnell alle Touristen, die in unserem Minivan saßen. Wie sich herausstellte kostete die Taxifahrt bis zu unserem Hotel fast genau so viel wie die lange Fahrt von Mandalay. Naja, da wir nicht wirklich eine Wahl hatten stiegen wir ins Taxi um direkt noch einmal überrascht zu werden. Der Eintrittspreis für die komplette Gegend rund um die Ruinen lag bei 25.000 Kyatt – ein wahrlich stolzer Preis. Aber wie zuvor hatten wir ehrlich gesagt ja keine Wahl und bezahlten natürlich. Und ein weiteres Mal schworen wir uns vor dem nächsten Trip Research zu machen (um das selbstverständlich direkt wieder zu ignorieren).

Im Hostel angekommen begrüßte uns direkt der Besitzer. Ein super netter Mann, der absolut fließend Englisch sprach. Er führte uns in unser Zweibettzimmer, welches günstiger war als Betten in einem Dormitorium, welches nur Zugang zu Duschen und Toiletten draußen hatte. Unser Badezimmer war zwar auch nicht gerade der Knaller, aber das riesige Zimmer mit einem gemütlichen und einem recht klapprigen Bett machten das wieder gut. Gott sei Dank gewann ich dieses Mal beim Schere, Stein, Papier und konnte mir das gute Bett sichern. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass das Wasser unserer Dusche nur in einem sehr minimalistischen Stil ablief. Noch Stunden später stand man im ca. knöcheltiefen Wasser – wirklich unangenehm.  

Immerhin waren wir halbwegs guter Dinge und beschlossen uns noch die letzten Sonnenstrahlen auszunutzen um mit gemieteten Elektrorollern die Gegend zu erkunden. Weder John, noch ich, saß zuvor auf einem dieser Gefährte. John hat immerhin einen Motorradführerschein und ich cruise schon seit Jahren in Asien auf Rollern herum. Trotzdem waren wir sehr erstaunt wie viel Power die kleinen Maschinen hatten. Beim ersten Versuch raste ich praktisch direkt auf die Hauptstraße vor unserem Hostel und auch John unterschätzte die Kraft eindeutig. Doch recht schnell gewöhnte man sich an die Handhabung und schon waren wir auf dem Weg um wenigstens noch ein paar Tempel im Hellen zu sehen.  

Zu unserer Überraschung hatten wir noch eine recht große Tour geschafft bevor wir uns zum Sonnenuntergang in Richtung Irrawadyfluss bewegten. Mit viel Glück gelangten wir zu einer kleinen Pagoda direkt am Fluss. Vor der Pagoda, etwas tiefer gelegen, befand sich ein Bootssteg. Was zunächst sehr idyllisch wirkte, änderte sich binnen weniger Minuten. Nach und nach drängten sich immer mehr Menschen in die kleine Pagoda, hunderte von Touris machten sich auf den Weg in die Boote und alles wirkte recht hektisch. John und ich hatten auf einer Mauer am äußersten Rand der Anlage Platz genommen, wo sich nun dutzende Chinesen zwischen uns drängten um Photoshootings zu absolvieren. Na toll. Wir versuchten es mit Humor zu nehmen und posierten auch etwas im Hintergrund der vielen Hobbyfotografen. Der Sonnenuntergang war wirklich einzigartig. Unglaublich schöne Farben malten sich am Himmel ab und kurz nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwand, verschwanden auch alle anderen Touristen innerhalb weniger Minuten.  

Nach einer Weile der Ruhe machten auch wir uns auf den Weg zurück zum Hostel. Da wir den ganzen Tag nur im Minivan gesessen hatten, beschlossen wir uns das Fitnessstudio in der Stadt noch vorzuknüpfen, welches nur wenige Minuten zu Fuß entfernt war.  

Dort angekommen waren wir nicht wenig überrascht ein komplett volles Studio vorzufinden, sogar viele Frauen waren am trainieren, etwas, dass ich zuvor noch nicht in Myanmar gesehen hatte. Trainiert wurde hier barfuß. Nur wer aufs Laufband wollte konnte dies mit Flipflops tun, die vom Studio gestellt wurden. Definitiv anders als was wir gewohnt waren, aber trotzdem tat das Workout gut. Da wir die Zeit komplett aus den Augen verloren hatten machten wir uns danach schnell auf die Suche nach einem vegetarischen Restaurant, dass John schon zuvor herausgesucht hatte. Glücklicherweise war dieses noch geöffnet als wir ankamen. Nach einer kurzen Selfiesession mit einigen angetrunkenen, lokalen Männern genossen wir eine riesige Mahlzeit bestehend aus allerlei gebratenem Gemüse, Ingwersalat, einer Suppe, Kartoffeln und selbstverständlich Reis. Alles wurde wie immer mit heißem Tee runtergespült.  

Am nächsten Morgen sollte es dann soweit sein. Wecker um 4.30 Uhr gestellt um genug Zeit zu haben einen guten Spot für den Sonnenaufgang zu finden. Allerdings brauchte ich mich nicht auf meinen Wecker verlassen um wach zu werden. Beim Essen hatte ich mir eine deftige Lebensmittelvergiftung eingefangen. Ich glaube es ist unnötig zu erwähnen, dass ich mich die nächsten Tage nicht aus dem Bett bewegt habe. Glücklicherweise brachte John mir (nachdem er alleine den Sonnenaufgang geguckt hatte) trockenes Brot, Müsli und ein paar Bananen mit. Mir ging es wirklich dreckig und am nächsten Tag gesellte John sich dann zu mir, dem es auch anfing schlecht zu gehen. Letztendlich verbrachten wir 5 Tage in Bagan, in denen wir unser Zimmer kaum verlassen haben. Letztendlich hatte ich nicht mal genug Kraft einen einzigen Sonnenaufgang zu sehen. Nach John’s Erzählungen von seiner Erfahrung war ich allerdings auch nicht mehr so super motiviert. Fast alle Aussichtspunkte waren gesperrt und er war gezwungen sich mit Hunderten anderen das Spektakel anzusehen. Immerhin schaffte ich es tagsüber noch einmal in die Tempelanlagen.  

Da wir schon so viele Tage verloren hatten beschlossen wir einfach weiter zu fahren, obwohl wir uns noch nicht wieder ganz fit fühlten. Vor allem John war noch echt am leiden. Doch ein weiteres Problem stand im Weg: niemand wusste wie wir zu dem Ort kommen würden, den wir als nächstes besuchen wollten. Glücklicherweise fanden wir irgendwann einen Ticketverkäufer, der uns eine Fahrt vermittelte. Zunächst ging es mit seinem Pickup nach Pakkoku, wo wir einige Stunden neben Reissäcken stehen würden bis ein Minivan vorbei kommt, der nach Mindat fährt. Zwar würde die Fahrt ewig dauern und nicht angenehm werden aber immerhin ging es endlich weiter und wir hofften, dass wir schnell wieder fit werden würden. 

WHAT TO DO IN BAGAN 

Tempel, Tempel, Tempel: Der Grund der alle Besucher nach Bagan zieht sind die unheimlich schönen Tempelanlagen. Egal ob per Kutsche, E-Scooter oder mit dem Rad, Tempel anschauen von früh bis spät ist ein muss. 

Bootstour: Ich persönlich würde keine Bootstour zum Sonnenuntergang in Bagan machen, die Boote fahren nur wenige hundert Meter vom Steg weit und sind total überlaufen. Bei einem beliebten Ort für den Sonnenuntergang am Fluss sahen John und ich mindestens 30 Boote direkt vor uns im Wasser, alle nur wenige Meter voneinander entfernt und total überlaufen. 

Ballonfahrt: Für John und mich war direkt klar, dass wir hier nicht in einen der Heißluftballons zum Sonnenaufgang steigen. Mit etwa 250 Euro pro Person war dies einfach deutlich über unserem Budget. Außerdem haben wir von vielen gehört, dass die Körbe total überladen sein sollen.  

Um ehrlich zu sein, gab es nicht viele andere Aktivitäten in Bagan. Das Spa in der Stadt ist nicht zu empfehlen. Ich war dort für eine Minküre welche wirklich katastrophal und unprofessionell war. Wer sich etwas bewegen will kann das Gym abcheken, welches recht okay war. Allerdings war es ein mehr oder weniger Outdoor Gym ohne Klimaanlage. Die Ausstattung war jedoch gut. Wir haben beim Vorbeifahren an den Luxusresorts auch Golfplätze gesehen, allerdings weiß ich nicht ob diese auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. 

HOW TO GET THERE AND AROUND 

Von Mandalay gelangt man recht schnell nach Bagan. Es dauert nur wenige Stunden im Minivan. Die Fahrt selbst ist recht angenehm, da die Straßen ausnahmsweise ausgebaut und betoniert sind. Allerdings wird man an einer Bushaltestelle außerhalb Bagans abgeladen und ist gezwungen ein Taxi in die Stadt zu nehmen was etwa 6.000 Kyatt pro Taxi kostet. 

Der einfachste Weg herumzukommen ist mit dem E-Scooter. Dieser kostet etwa 10.000 Kyatt pro Tag. Es ist super lustig damit über die Sandstrecken zu cruisen. Ansonsten bestehen die Möglichkeiten an Touren teilzunehmen, mit dem Fahrrad zu fahren, Pferdekutschen zu mieten oder einen Tuktukfahrer zu engagieren.  

FAZIT

Wahrscheinlich ist meine Meinung gegenüber Bagan auch negativ beeinflusst von der Lebensmittelvergiftung. Generell gibt es deutlich schönere Orte in dem unheimlich großen Land. Ich hoffe sehr, dass der kleine Ort nicht zu sehr unter dem Massentourismus leiden muss. Es sah allerdings stark danach aus als würde das Backpackerparadies in eine High-End Reisedestination verwandelt werden, voller Resorts und Golfplätze. Ich denke, nur die Zeit wird zeigen wie sich alles rund um die eindrucksvollen Tempelanlagen entwickelt. Fingers crossed!

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