MYANMAR 6: Mandalay & Mingun

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Lese von Anfang an Myanmar 1: Yangon

Das Erste was auf dem Programm stand als wir in Mandalay ankamen war selbstverständlich erst einmal essen. Die einstündige Fahrt im Taxi von Pyin Oo Lwin hatte uns doch ganz schön ausgelaugt. Zum Glück hatte John wie gewöhnlich schon Research betrieben und uns ein beliebtes indisches Restaurant rausgesucht. Auch wenn er sich normalerweise nicht viel ums Planen kümmert, weiß er immer wo sich die besten Restaurants verstecken. Wir waren schon ziemlich spät dran, aber Gott sei dank befanden wir uns endlich wieder in einer Gegend in der es Grab gab. Schnell ein Tuk Tuk bestellt, schon hatte uns der etwa 13 jährige Fahrer, der uns mehrfach versichert hatte, dass er schon 18 sei… bei dem indischen Restaurant abgesetzt, welches wir angesteuert hatten. Es war bereits kurz vor Ladenschluss und wir als einzigen Gäste schlungen flott Naanbrot und Linsencurry herunter bevor es zurück zum Hotel ging. Das Hotel war ein Traum: riesige, gemütliche Betten, ein sauberes Badezimmer und sogar einen Fernseher mit englischen Programmen! Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass wir den wohl besten Schlaf seit Wochen in dieser Nacht bekamen.

Mingun

Am nächsten Morgen wurde dann aus einer eigentlich simplen Aufgabe ein Abenteuer. Nachdem wir festgestellt hatten, dass unser Hotel Unsummen für das Waschen unserer Wäsche verlangte, beschlossen wir uns auf die Suche nach einem Waschsalon zu machen. Einfacher gesagt als getan. Zum Glück waren wir mit Fahrrädern vom Hotel unterwegs, denn alle Läden in der unmittelbaren Nähe waren geschlossen. Gerade erst war chinesisches Neujahr und viele Ladenbesitzer waren bei ihren Familien in den Dörfern von Myanmar. Nachdem wir von ein paar Straßenhunden verfolgt worden waren und in eine kleine Gasse abbogen fanden wir dann endlich einen offenen Wäschesalon. Dieser war im Besitz einer indischen Familie. Alle lächelten uns freundlich zu, doch eine Waschmaschine war weit und breit nicht zu sehen. Tatsächlich war das Waschen hier noch harte Handarbeit. Die Frauen standen draußen unter einem Baum mit rauen Bürsten bewaffnet und schrubbten die Kleidung um ihr Leben. Wir entschlossen uns noch etwas weiter zu suchen, denn das kalte Wasser würde mit Sicherheit nicht den ganzen Schweiß und Dreck von unserem Trekking Abenteuer in Kalaw und mehreren Fitnessstudiobesuchen rauswaschen können.

Mittlerweile waren wir bestimmt schon 10 Kilometer geradelt und es war fast mittags. Wäre John nicht so motiviert gewesen, wäre ich schon längst umgedreht und hätte meine Wäsche einfach im Hotel waschen lassen. Doch mit viel Glück gelangten wir auf einmal in eine kleine Sandstraße in den Vororten von Mandalay, die sich auf Wäsche waschen spezialisiert hatte. Es waren einige Waschsalons direkt nebeneinander. Als wir in einen dieser Wäschereien gingen, wirkten alle sehr perplex, hier schienen wohl wirklich nicht oft Touristen vorbei zu schauen. Die Besitzerin und ihre Mutter sprachen natürlich kein Wort Englisch, waren aber super nett und schrieben sich unsere Handynummer auf. Wir nahmen an, dass sie sich melden würden sobald die Wäsche fertig war.

Nach unserem halbtägigen Wäscheabenteuer begann nun endlich das richtige Sightseeing. Zunächst einmal stoppten wir am Palast. Nicht wirklich allzu beeindruckend, aber definitiv etwas, das man sich anschauen kann, wenn man eh schon in der Stadt ist. Danach ging es zum größten Buch der Welt. Einem nahegelegenen Tempel, der aus 1170 kleinen Pagoden besteht die jeweils eine Inschrift des Buddhas in sich hausen. Wir verbrachten einige Zeit damit durch das Buch zu laufen bevor es zum Mandalay Hill ging. Dort parkten wir unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg nach oben. Ich glaube mindestens eine Stunde Treppen hoch gehen war schon vorüber, als wir bemerkten, dass eine Straße bis zur Spitze des Hügels führte… Naja, auf dem Weg waren immerhin einige interessante Gebäude zu sehen und die Aussicht war wirklich spektakulär. Danach stoppten wir nur noch kurz bei einem lokalen Markt um eine frische Kokosnuss zu schlürfen und schon war der Tag vorbei. Was besonders auffällig war war, dass wir fast immer die einzigen Touristen waren. Etwas, dass wir hier wirklich nicht erwartet hatten. Doch das sollte sich am nächsten Morgen ändern.

Am nächsten Morgen ging es nämlich nach Mingun, einer Stadt voller Tempel gelegen am Irrawady Fluss knapp eine Stunde von Mandalay entfernt. Wir entschlossen uns dort mit dem Boot hinzufahren. Genau die gleiche Idee hatten wohl noch 100 andere Touris an dem Tag. Letztendlich setzten zwei große Boote in Richtung Mingun. Glücklicherweise konnten wir uns den Sonnenplatz auf dem Deck des Bootes schnappen und die Stunde Fahrt damit verbringen mal wieder etwas für unsere Urlaubsbräune zu tun.

Mandalay palace

In Mingun angekommen merkten wir schnell, dass auch dies anders werden würde als erwartet. Dutzende Taxifahrer warteten schon am Steg auf uns und an den Straßen waren hunderte von kleinen Ständen ähnlich wie in Kuta auf Bali oder auf der Khao Sarn Road in Bangkok. Hier gab es alles von Souvenirs über gefälschte Sonnenbrillen bis hin zu handgemalten Gemälden. Wir wimmelten uns an den Mengen vorbei uns genossen unsere drei Stunden Aufenthalt damit beeindruckende Bauten zu betrachten und einen überteuerten Kaffee an der Flusspromenade zu trinken. Generell ein doch sehr positives Erlebnis, auch wenn ich nächstes Mal lieber auf eigene Faust mit dem Roller hierher kommen würde um mehr zu sehen. Die Tempel gingen hoch bis in die Berge, aber wir hatten einfach nicht genug Zeit alles anzusehen.

Zurück in der Stadt mussten wir dann noch unsere Wäsche abholen. Darauf hin stoppten wir noch in einem hochmodernen Fitnessstudio, welches wir schon am Vortag gesehen hatten. John’s Laune stieg ins unermessliche, als er seinen lang ersehnten Proteinshake bekam und sogar ich genoss es (mehr oder weniger) mich mal wieder aktiv zu betätigen. Zu unserer Überraschung versteckte sich nur wenige Meter weiter eine Juice Bar, ebenfalls hochmodern, in der wir noch kurz stoppten, bevor es zurück zum Hotel ging.

Am folgenden Tag sollte es endlich nach Bagan gehen und wir waren beide schon sehr aufgeregt! Dies sollte das Highlight unserer Reise werden und wir waren gespannt ob die unzähligen Bilder wirklich das hielten, was sie versprachen…

Mingun

WHAT TO DO IN MANDALAY

Palast: Zwar nicht das Spektakulärste, was man sich in der Stadt anschauen kann, aber trotzdem einen Besuch wert. Es gibt dort einen Aussichtsturm von dem man eine gute Sicht auf die komplette Anlage hat und es werden günstig Bücher über Myanmar verkauft.

Das größte Buch der Welt: Auch bekannt als Kuthodaw Pagoda. Dieser Ort ist wohl einer der schönsten, die ich in Mandalay gesehen habe. Es ist wirklich beeindruckend, die ganzen kleinen Pagoden mit den Inschriften zu sehen.

Mandalay Hill: Auf jeden Fall einen Besuch wert. Von oben vom Hügel hat man eine super Aussicht auf die ganze Stadt.

Mingun: Must-do für alle die nach Mandalay kommen. Mingun ist nur eine Stunde entfernt und es lohnt sich wirklich dort hin zu fahren. Atemberaubende Bauten und eine generell sehr schöne Gegend direkt am Irrawady mit Blick auf die Berge. Der Eintrittspreis liegt hier bei etwa 5000 Kyatt.

HOW TO GET THERE

Mandalay hat einen internationalen Flughafen und eine Zugstation. Außerdem fahren hier Busse aus so ziemlich jeder Stadt Myanmars hin. Es besteht sogar die Möglichkeit hier mit dem Boot herzukommen.

HOW TO GET AROUND

Auch wenn der Verkehr es nicht vermuten lässt fand ich es angenehm und einfach hier mit dem Fahrrad rumzukommen. Es gibt sogar einen top Fuß-und Fahrradweg rund um den Palast, der einige Kilometer lang ist. Ansonsten gibt es in der Stadt viele Taxen, Tuk Tuks und sogar Grab!

NOTE

Um die Gegend rund um den Palast zu besuchen muss man ein Eintrittsticket für 10.000 Kyatt kaufen. Dieses ist allerdings für drei Tage gültig. Beim Betreten vom Palast mussten wir einen Pass als Pfand hinterlegen, den wir beim Ausgang wieder bekamen. Auch beim Buchen vom Bootticket (oder auch schon vorher beim Kauf eines Zugtickets) brauchten wir unsere Ausweise. Normalerweise reicht es wenn einer aus der Reisegruppe einen Ausweis bei sich hat.

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