MYANMAR 4: HSIPAW

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Der Morgen begann mit einer netten Überraschung. Win, die Frau bei der wir am Vortag einen Kochkurs besucht hatten, hatte ein Snackpaket für John und mich zusammengestellt, welches wir auf unserer 8 stündigen Fahrt von Nyaungshwe nach Hsipaw verspeisen sollten. Sticky Rice mit verschiedenen Nüssen und Bohnen und dazu noch frittierter Wasserspinat und Tea leaf salad. Diese Frau hat wirklich das Herz an der richtigen Stelle!

Wir warteten in der Lobby auf unseren Minivan, der sogar recht pünktlich ankam. Der schon relativ vollgestopfte Van musste erst Mal umgeladen werden. All unser Gepäck wurde aufs Dach geschnallt und wir quetschten uns durch den engen Gang bis hin zu unseren Sitzen. Hinter uns ein weinendes Kleinkind und keine Klimaanlage. Das konnte ja nur eine weitere gute Fahrt in Asien werden. Noch ein paar andere Leute eingeladen und alles noch mal umgepackt und festgebunden, da ging es auch schon los auf die mehr als wackelige Fahrt. Schnell stellte sich heraus, dass das Kleinkind auch noch krank war und sich die ganze Fahrt lang übergeben musste. Auch eine andere Frau im Van, die vor uns saß stimmte mit ein. Super, zwei Personen am Kotzen. Über den Geruch im Wagen brauche ich wohl nicht ins Detail gehen. Die Fahrt ging sehr rasant zu und wir flogen nur so über die vielen Schlaglöcher. Mein Schrittzähler zeigte nach der Fahrt mehr als 26.000 Schritte an, was in etwa für die Fahrtverhältnisse spricht. Tiefe Abgründe, gewagte Überholmanöver und sinnlose Stopps – insgesamt gesehen definitiv nicht meine schlimmste Fahrt in Asien aber auch nicht meine angenehmste.

Nach der grausamen Fahrt und etwa mit einer Stunde Verspätung wurden wir dann in unserem Hotel abgeladen wo auch schon die nächste Überraschung auf uns wartete. Unser Zimmer war exakt so groß wie das Bett und man konnte kaum die Tür öffnen wenn man seine Tasche abgestellt hatte. Die Steckdose fiel beim Anpacken von der Wand und dutzende Mücken schwirrten umher. Die Wände waren so dünn, dass wir unsere französischen Zimmernachbarn beim Chips essen hören konnten. Das ganze wurde noch getoppt als wir um 18.30 Uhr bemerkten, dass bereits so gut wie alle Restaurants geschlossen waren und wir uns mit einem super überteuertem Restaurant zufrieden geben mussten, in dem wir das wohl schlechteste Essen bisher bekommen würden. Naja, es konnte ja nur besser werden am nächsten Tag!

Der nächste Morgen begann ungewöhnlich spät. John war noch am Schlafen, als ich meine Wäsche an der Rezeption zum Waschen abgeben wollte und bemerkte, dass das Frühstücksbuffet nur bis 9.00 Uhr geöffnet war. Noch 8 Minuten also. Schnell zurück ins Zimmer gerannt, John geweckt und die Treppen zur Dachterrasse hoch gerannt um dann zu bemerken, dass ein hochmoderner Fahrstuhl installiert war. Immerhin gab es noch etwas zu essen.

Nach dem Frühstück entschlossen wir uns heute mal getrennte Wege zu gehen: John lieh sich ein völlig defektes Motorrad aus, welches zunächst nicht anging und bei dem die Bremsen nicht richtig funktionierten. Ich beschloss es ruhig angehen zu lassen und lieh mir ein Fahrrad aus mit dem ich gemütlich durch die Gegend radelte. Am Vorabend hatten wir ein nettes Restaurant direkt am Flussufer gesehen, bei dem ich für einen Kaffee anhielt. Ich parkte gerade mein Fahrrad, als eine der Mitarbeiterinnen mich wie verrückt herüber winkte. Ich lief zum Ende der Terasse und sah einen Mann und eine Frau unten im Fluss schwimmen. Nur kurz darauf merkte ich, dass die beiden versuchten eine dritte Frau aus dem Wasser zu ziehen. Als ich den Hügel runter zum Flussufer rannte, hatten die beiden die Frau bereits fast aus den Fluss gezogen und wir trugen sie gemeinsam rüber zu einem Felsen. Wir schüttelten sie doch kein Lebenszeichen weit und breit. Da die beiden keine Anstalten machten irgendetwas zu tun und der ältere Mann bereits komplett k.o. vom Schwimmen war versuchte ich die Frau, die etwa in meinem Alter war, wieder zu beleben. Ich hatte dies zwar natürlich bei meinem Erste-Hilfe-Kurs gelernt, aber noch nie darauf zurückgreifen müssen. Wir konnten keinen Puls spüren und von einer Atmung war auch nichts zu sehen. Ich begann mit der Wiederbelebung und nur kurz darauf spuckte die Frau eine Menge Wasser aus und schien deutlich verwirrt bis sie letztendlich anfing hemmungslos zu weinen. Das Flusswasser war nur wenige Grad warm und wir begannen sie aus ihrer dicken, nassen Jacke zu schälen und in Decken einzuwickeln während eine ältere Dame einen Krankenwagen rief. Kurz bevor dieser ankam verlor die Frau wieder das Bewusstsein und wir versuchten vergeblich sie wieder aufzuwecken. Als endlich der Krankenwagen kam übernahmen die Helfer und trugen die junge Frau nach einigen Wiederbelebungsversuchen den Hügel hinauf in den Krankenwagen. Ich zitterte am ganzen Körper. Bis heute weiß ich nicht ob sie es überlebt hat. Noch eine ganze Weile später saß ich mit den anderen am Flussufer und versuchte zu verdauen was gerade geschehen war. Ich hoffe einfach nur, dass es dieser jungen Frau jetzt wieder besser geht.

John fuhr schnell zurück als er meine Nachricht bekam und wir bewegten uns den restlichen Tag nicht mehr weit vom Hotel. Hsipaw war wirklich nicht unsere Stadt und wir waren endlos glücklich am nächsten Morgen nach Pyin U Lwin aufzubrechen, besonders nachdem sich direkt vor unserem Tisch im Restaurant beim Abendessen an der Straße noch ein Rollerunfall abspielte. Zum Glück ist dem Fahrer aber nichts passiert und er konnte ein paar Minuten später weiter fahren.

WHAT TO DO IN HSIPAW

Hsipaw ist super Ausgangsposition für mehrere Treks. Außerdem gibt es in der näheren Umgebung einige Wasserfälle zu bewundern. In Hsipaw selbst gibt es einen relativ großen Markt sowie einen Morgenmarkt, auf dem wildes Durcheinander herrscht. Little Bagan ist einer der Orte, die mir empfohlen worden sind, dies kann ich aber nicht weitergeben, da hier wirklich so gut wie nichts zu sehen ist.

HOW TO GET THERE AND AROUND

Von Kalaw und Mandalay fahren täglich Minibusse nach Hsipaw. Außerdem gibt es eine direkte Zugverbindung nach Mandalay, dies ist allerdings die deutlich langsamere Methode ans Ziel zu gelangen.

WHERE TO STAY

Leider kann ich auch hier nichts empfehlen. Unsere Unterkunft war wirklich nicht gut und uns ist beim Herumfahren auch nichts wirklich ins Auge gestochen. In dem Städtchen gibt es zwar einiges zur Auswahl, jedoch fand ich die Preise meist nicht angemessen.

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