MYANMAR 2: Kalaw & Trekking to Inle Lake

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So, nun standen wir also um 4 Uhr in der früh auf einer verlassenen Straße mitten in Kalaw. Fünf Minuten zuvor hatte uns unser Busfahrer aus dem Schlaf gerissen. Es war eiskalt und wir hatten keine Ahnung wohin wir gehen sollten. Die Straßen waren komplett dunkel und Hunde liefen umher und bellten. Google Maps zeigte uns an, dass wir etwa 2 Kilometer bis zu unserem Gasthaus laufen mussten. Was wir allerdings nicht wussten war, dass dieses auf einem Hügel lag. Also liefen wir bepackt mit 25 Kilo Gepäck auf dem Rücken nach einer Nacht mit weniger als drei Stunden Schlaf recht hoffnungslos bergauf in Richtung Gasthaus. Obwohl wir uns sicher waren, dass wir wahrscheinlich stundenlang komplett fertig und voll geschwitzt vor verschlossenen Türen würden warten müssen, neigte sich das Blatt zum positiven. Der nette Opa der Unterkunft, war bereits wach und fing an Frühstück vorzubereiten. Er lud uns in das Wohnzimmer ein, in dem ein warmer Kamin auf uns wartete.

Schon wieder waren wir überrascht wie falsch unsere Erwartungen lagen. Die Unterkunft sah Original aus wie eine Hütte aus den österreichischen Alpen. Nun gut, wie vor ca. 100 Jahren. Wer kann aber bitte mit so etwas mitten in Myanmar rechnen? Total urig eingerichtet und sehr gemütlich. Uns wurde angeboten es uns gemütlich zu machen bis wir um 6 mit dem Frühstück beginnen konnten. Gesagt getan. Schnell fielen auch schon die Augen zu vor dem warmen Kaminfeuer. Um 6 Uhr wurden wir dann wieder geweckt, dieses Mal aber deutlich liebevoller als vom Busfahrer zuvor. Es gab selbst gebackenes Brot, Spiegelei, frischen Bananenkuchen und Reis. Alles von der Familie zubereitet. Da wir erst zwischen 9 und 10 einchecken konnten, entschlossen wir uns erst einmal die Stadt zu erkunden. Nach Sonnenaufgang und mit gestärktem Magen liefen wir den Hügel zum Dorf wieder hinunter (dieses Mal ohne Gepäck deutlich müheloser). Wir besuchten den lokalen Markt und folgten den Menschenmengen durch die kleinen Straßen. Da wir bereits am nächsten Morgen eine Trekking Tour zum Inle Lake starten wollten, stoppten wir bei einigen Torunternehmern und holten uns Angebote ein. Einige waren sehr freundlich und andere eher weniger, was uns die Entscheidung deutlich leichter machte. Wir schwankten einige Zeit zwischen einem beliebten Anbieter namens Uncle Sams von dem wir bereits im Internet gelesen hatten und einem anderen names Eagle Trekking, wo Alex, der Besitzer wirklich nett und auskunftsreich war. Letztendlich fiel unsere Wahl auf Eagle Trekking, weil wir eher in einer kleinen Gruppe unterwegs sein wollten und dort angeboten wurde den letzten Tag des Trekkings anstatt zu gehen mit dem Mountain Bike zu absolvieren.

Nachdem wir endlich einchecken konnten und eine warme Dusche genossen hatten, liehen wir uns Fahrräder aus um die Gegend etwas zu erkunden. Nach kurzem Fahren stand schnell fest, dass weder meine Gangschaltung noch meine Bremsen funktionierten. Ihr könnt euch ungefähr vorstellen wie anstrengend es war die Hügel rauf zu kommen und wie gefährlich es war wieder hinunter zu gelangen. Allerdings fanden wir ein süßes Cafe (Cafe Kalaw, ja, super origineller Name…) gelegen auf einem Hügel mit Blick auf das Dorf, das für die Tortur entschädigte. Wir beschlossen heute früh ins Bett zu gehen (oder besser gesagt noch früher als sonst) um am nächsten Tag fit fürs Trekking zu sein.

Nach einem wieder mal sehr gutem und frischem Frühstück in unserer gemütlichen Unterkunft packten wir unsere Sachen zusammen und liefen die 2 Kilometer samt unseres Gepäck zurück ins Dorf, wo wir uns mit Alex in seinem Büro treffen wollten. Glücklicherweise konnten wir unsere Taschen bei ihm unterstellen, sodass wir nicht alles mitschleppen mussten. Er würde die Sachen am letzten Tag unseres Abenteuers zum Inle Lake bringen. Also waren wir nun bepackt mit unseren persönlichen Gegenständen für die nächsten 3 Tage, einer Wasserflasche und dem Rest des leckeren Bananenkuchens unserer Gastfamilie. Alex stellte uns Rosie vor, die für die nächsten Tage unser Guide sein sollte. Ein junges 20-jähriges Mädchen aus einem Dorf in den Bergen, welches mit 6 Schwestern aufgewachsen war und halbwegs dezentes Englisch sprach.

Wir verabschiedeten uns von Alex und Kalaw und machten uns auf auf die ersten 25 Kilometer, die heute vor uns lagen. Die nächsten 4 Stunden liefen wir hauptsächlich bergauf und quatschten mit Rosie währenddem rechts und links von uns Bauernhöfe lagen oder wir durch dichten Wald trotteten. Nach einem kurzen Stopp an einem See ging es weiter bergauf, wo auf dem Gipfel mit atemberaubender Aussicht unser Mittagessen auf uns wartete. Zuvor hatten wir Angst nicht genügend Essen während des Treks zu bekommen, wir stellten schnell fest, das das Gegenteil der Fall sein würde. Es gab Tellerweise frische Früchte, Naanbrot, Linsencurry, Avocadosalat und grünen Tee. Zum Glück waren wir schon am höchsten Punkt des Tages angekommen, sodass wir nun nur noch bergab mit vollgestopften Bäuchen traben mussten. Wir wanderten entlang verlassener Bahnschienen und an weiteren Bauernhöfen vorbei. Alle winkten uns freundlich zu während sie ihrer Feldarbeit nachgingen oder uns mit ihren Wasserbüffeln entgegen kamen. In dieser Gegend werden hauptsächlich Koriander, Chilis, Ingwer und Erdbeeren zu dieser Jahreszeit angebaut. In der Regenzeit muss die Landschaft noch um einiges schöner aussehen mitsamt grüner Reisfelder.

Einige Stunden später erreichten wir dann endlich unsere Unterkunft für die erste Nacht. Ein kleines Dorf gelegen im Tal. Hier gab es weder Strom noch fließend Wasser. Rosie stellte uns die Familie vor, mit der wir die Nacht verbringen würden. Keiner hier sprach auch nur ein Wort englisch, aber die Gastfreundschaft wurde mit viel Lächeln sowie wilder Gestik und Mimik wieder gut gemacht. Wir schliefen in einem zweistöckigen Haus. Unten war das Lager der Familie, die Reis und Knoblauch anbaute, sowie unser Zimmer. Eine einfache Holzplatte mit ein paar Decken sollte als unser Bett dienen. Das Badezimmer befand sich draußen. Naja, Badezimmer ist vielleicht zu viel versprochen. Eine Wanne mit Regenwasser samt Kelle in einem Betonklotz ohne Tür und Dach. Die Einzelheiten der Toilette erspare ich euch. Die Küche war ebenfalls draußen oder besser gesagt ein Feuerplatz um den sich dutzende Katzen wimmelten. John und ich setzten uns in die Sonne vors Haus mit einer Tasse frischen grünen Tee, der ebenfalls in der Gegend angebaut wird. Nach und nach kamen Nachbarn vorbei und gesellten sich zu uns. Besonders einer von ihnen blieb im Gedächtnis hängen. Währenddessen der 51-jährige Vater von zwei kleinen Kindern Bettelnuss kaute und immer mal wieder ein blutiges Etwas auf den Boden spuckte, fragteer uns aus und Rosie diente als Übersetzerin. Um uns herum schienen jung und alt an einer Sportart gefallen gefunden zu haben: Sepak Takraw. Dabei wird ein Bambusball versucht in der Luft zu halten. Sogar die kleinsten im Dorf rannten dem Ball hinterher und alle schienen unglaublich viel Spaß zu haben. Zu unserer Überraschung erfuhren wir dass Sportwetten in Myanmars Dörfern höchst im Trend liegen. Auch der nette Mann, der bei uns saß, kaufte ein Ticket und wettete auf allerlei europäische Fußballspiele. Wer hätte das gedacht? Nach Sonnenuntergang genossen wir nur noch eine frisch zubereitete Mahlzeit der Familie bevor es völlig erschöpft ins Bett ging.

Local Supermarket

Nach einer Nacht mit überraschend viel Schlaf weckte Rosie uns gegen 6.30 Uhr am Morgen. Heute wollten wir besonders früh los kommen, da eine noch etwas weitere Strecke als am Vortag auf uns wartete. Mit straffem Tempo erreichten wir schon um 8.15 Uhr am Morgen die Spitze des ersten Berges. Ich war super froh, dass es nun mehr oder weniger nur noch bergab ging, da ich schon jetzt komplett fertig war. Wir liefen weiter an unzähligen Chilifarmen entlang und durch kleine Dörfer in denen wir freundlich begrüßt wurden. Wir beobachteten das morgendliche Ritual einer Grundschule welches aus dem Singen der Nationalhymne sowie das Beten zu Buddha besteht. Wir schauten uns Kloster an und liefen weiter und weiter bis wir schließlich in einem kleinen Dorf stoppten um uns zu erfrischen. Hier gab es außer Tee und einigen Reiscrackern noch eine gratis Makeup- und Stylingsession von Rosie. Sie band mir einen traditionellen Turban um und schmierte eine weiß-goldene Paste namens Thanaka in mein Gesicht, die dann mit einem zahnbürstenartigen Kamm verteilt wurde. Die Einwohner des Dorfes amüsierten sich köstlich über meinen Anblick. Auch John wurde geschminkt und sah wirklich zum wegschmeißen aus. Die Paste, die fast alle in Myanmar jeden Tag tragen wird aus Baumwurzeln hergestellt und dient nicht nur als Verschönerung, sondern auch als Sonnenschutz.

Mit unserer Bemalung und neuer Energie ging es weiter zu unserem Lunchstopp and dem wir beide völlig erschöpft wegnickten während Rosie mal wieder eine viel zu große Mahlzeit für uns zubereitete. Glücklicherweise hatten wir den größten Teil unseres Weges bereits geschafft uns bevor wir in unserer Unterkunft in einem anderen Dorf ankamen waren es nur noch 3,5 Stunden zu gehen. Dieses Dorf unterschied sich sehr von dem vorherigen und so tat es auch unser Schlafgemach. Wir hatten eine dünne Matratze auf dem Boden im Wohnzimmer, das zugleich auch noch Esszimmer und Lagerraum war. Die Familie hatte einen kleinen Jungen, der uns ordentlich auf Zack hielt indem er ständig versuchte unsere Sachen zu klauen. Besonders erwähnenswert hier ist die Dusche der Familie. Gelegen direkt an der Straße kann praktisch jeder zuschauen, da die Plane, die um die Wassertonne gespannt ist etwa hüfthoch ist. Wir entschlossen uns heute mal das Duschen sein zu lassen und uns nur kurz eiskalt abzuwaschen währenddem wir von der Nachbarskuh beobachtet wurden. Nach einem mal wieder leckerem Essen entstaubten wir unsere Wolldecken und machten es uns gemütlich, bis wir um 4.30 Uhr am nächsten Morgen von Rauchgeruch geweckt wurden. Da unser Haus einfach nur aus etwas zusammengeworfenem Holz und einem undichten Dach bestand, zog der gesamte Rauch des Feuers unserer Nachbarn direkt in unser Zimmer. Schnell merkten wir, dass nicht nur unsere direkten Nachbarn Feuer anzündeten, sondern das ganze Dorf. Es sah aus als hätte sich ein Nebelschleier über das komplette Tal gelegt.

Nach unserem Frühstück freuten wir uns an unserem letzten Trekkingtag nur eine Stunde laufen zu müssen, da wir ja vorher schon mit Alex besprochen hatten den Rest mit Mountainbikes zu absolvieren. Als wir auf dem Berg ankamen warteten wir nur kurz bis er mit dem Auto und den Bikes, die wir uns zuvor bei ihm zu Hause ausgesucht hatten, um die Ecke kam. Die Straßen waren hauptsächlich Kies und Sand und wir hatten den Spaß unseres Lebens die hügelliege Strecke hinter uns zu lassen. Wir überholten sogar einen Truck und ich kollidierte fast mit einer Kuh. Zum Glück ging aber alles gut und nach nur einer Stunde anstatt den geplanten zweien standen wir an unserem Ziel. Alex und Rosie hatten uns mit dem Auto und samt unserem Gepäck gefolgt und es war Zeit Abschied zu nehmen. Wir bedankten uns nach einem gemeinsamen Mittagessen bei den beiden und luden unsere Sachen in ein kleines Kanu, welches uns bis hin nach Nyaungshwe bringen sollte. Ein älterer Mann navigierte uns durch den Fluss entlang an schwimmenden Gärten und im Wasser gebauten Häusern bevor wir den See erreichten. Wir beobachteten wie die Fischer auf traditioneller Weise versuchte einen guten Fang zu machen bevor wir in der Nähe von unserem Hotel an Land gelassen wurden. Nur noch eine kurze Tuktukfahrt und schon war unser dreitägiges Abenteuer vorbei und wir hatten wieder eine warme Dusche und ein gemütliches Bett!

TO DO IN KALAW

Trekking: Der Grund warum es alle Touristen in diesen Ort zieht ist, dass er die perfekte Ausgangsbasis für allerlei Trekkingstrecken ist. Es gibt in näherer Umgebung einige Höhlen zu bewundern, die selbst für einen Halbtagesausflug geeignet sind.

Marktbesuch: Ein Muss in der kleinen Stadt ist es sich den lokalen Markt anzusehen und vielleicht ein kleines Souvenir zu ergattern. Es gibt einige schöne handgefertigte Armbänder, Taschen und Dekogegenstände.

Kochkurs: Wer erst einmal etwas Entspannteres sucht, kann sich bei einem Kochkurs anmelden. Diese finden allerdings früh am morgen statt und wir haben es leider versäumt uns anzumelden, da wir nur einen Tag in Kalaw waren und uns morgens nicht mehr anmelden konnten nachdem wir mit dem Nachtbus angekommen waren.

Fahrradtour: Erkundet die nähere Umgebung mit dem Fahrrad. Einige schöne Cafés sind etwas außerhalb gelegen mit schönem Blick auf das Städtchen. Fahrräder kosten nur etwas mehr als einen Euro. Passt allerdings auf und checkt die Bremsen! Wir hatten Fahrräder komplett ohne, was die Fahrt nach einem Besuch auf einem Hügel nach unten etwas lebensgefährlich machte.

HOW TO GET THERE & AROUND:

Von vielen großen Städten wie Yangon und Mandalay fahren täglich Busse nach Kalaw. Außerdem gibt es eine Zughaltestelle im Ort. Um die Gegend zu erkunden kann man sich an mehreren Verleihstellen in Kalaw Fahrräder, Roller und sogar Autos leihen.

WHERE TO STAY:

Wir sind im Thipaw Hotel untergekommen, was uns wirklich sehr gut gefallen hat. Es ist sehr schön gelegen und die Besitzer sind super nett. Das Frühstück war mit selbstgebackenem Bananenbrot und frischem Brot das beste was wir in Myanmar hatten!

NOTE:

Fast alle Nachtbusse kommen sehr früh am Morgen an. Lass deine Unterkunft dies am besten vor der Anreise wissen um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen.

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