MYANMAR: YANGON

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Auf diese Reise geht es für mich dieses Mal nicht ganz alleine: John, den ich vor ein paar Jahren in Australien kennen gelernt hat zieht es zufälligerweise nämlich zur gleichen Zeit wie mich nach Myanmar. Bevor es allerdings los gehen konnte mussten wir uns erst einmal um unser Visum kümmern, weshalb wir beschlossen uns in Kuala Lumpur zu treffen. Ich traf aus Bali an und John nur wenige Stunden später aus Vietnam. Da es allerdings bis zu drei Tage dauern konnte bis wir unser Visum bekommen würden, hatten wir noch genug Zeit die malaysische Hauptstadt zu erkunden.

Mit gütigem Visum ging es dann endlich nur wenige Tage später los auf die große Rundreise. Was hatten wir geplant? Nichts. Total ahnungslos landeten wir in Yangon. Unser Hotel war etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt in Downtown. Wir wussten nicht wirklich was uns in diesem Land erwarten würden, aber eines war schnell klar, alles was wir uns vorgestellt hatten war in Realität genau das Gegenteil. Auf unserer 5 Euro Taxifahrt zum Hotel sahen wir alles von hochmoderner Mercedes Verkaufsstelle und Kaufhäusern bis hin zu heruntergekommenen Hochhäusern und zerbrechlichen Holzhütten. Alles umrandet von Stromleitungen. Auf den Straßen reihten sich die Taxen und Busse nur so aneinander. Was allerdings sofort auffiel war die gute Laune der Menschen. Wir kamen am Nachmittag an und viele Kinder waren gerade auf dem Rückweg von der Schule, gekleidet in ihren traditionellen Röcken und mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Die Straßen wurden immer enger bis wir schließlich vor unserer Unterkunft stoppten. Auf der Straße davor dutzende Bettelnuss kauende Männer, die irgendeine Art Gesellschaftsspiel spielten und sich dabei köstlich amüsierten, sowie ein paar schlafende Straßenhunde.

Mit unserem Gepäck ging es hoch in den zweiten Stock um direkt mit einem kalten, frischen Saft und der Nachricht, dass unser Zimmer wegen eines Wasserschadens nicht bewohnbar sei, begrüßt zu werden. Glücklicherweise gab es allerdings ein ähnliches bewohnbares Zimmer, dass wir dankend annahmen. Das Beste am Hotel war allerdings definitiv die Aussicht von der Terrasse im neunten Stock. Perfekt zum Bewundern des Sonnenuntergangs über den Fluss.

Doch bevor es Zeit für den Sonnenuntergang war machten wir uns auf die Stadt etwas zu Fuß zu erkunden. Nicht weit von unserem Hotel fanden wir einen süßen Park mit Blick auf eine goldene Pagode. Die Atmosphäre hier war einmalig. Alle wirkten unfassbar glücklich, Kinder rannten umher während sich die Eltern unterhielten, Jugendliche spielten Gitarre und sangen dazu gemeinsam Lieder und wohin man nur blickte strahlende Gesichter. Am anderen Ende des Parks wartete ein lokaler Straßenmarkt auf uns auf dem wir uns durch die burmesische Küche probierten. Zu unserer Überraschung sprachen viele Verkäufer Englisch und konnten uns erklären, was auf den Tellern vor uns lag. Teilweise zahlten wir nur 300 Kyatt pro Mahlzeit, was gerade einmal 20 Cent entspricht. Am Ende des Marktes folgten wir den Menschenmengen Richtung Fluss, wo an den Straßenseiten alles von Waschpulver, Handybatterien und gebrauchten Bügeleisen bis hin zu Kleidung verkauft wurde ( u.a. Jeanshosen für gerade einmal 1,20 Euro). Am Fluss angekommen herrschte Chaos. Menschen liefen umher und versuchten ihre Boote zur anderen Straßenseite zu bekommen bevor es dunkel wurde. Auch wir beschlossen nach Hause zu gehen und von der Dachterrasse aus den Sonnenuntergang zu betrachten bevor ich er erste Tag in Myanmar dem Ende zuneigte.

Am Abend zuvor hatten wir beim Essen auf dem Markt eine Einheimische kennen gelernt, die uns ein paar Tipps für unseren einzigen vollen Tag in der riesigen Stadt gab. Nach einem leckeren Frühstück setzten wir uns ins Taxi und machten uns auf den Weg zur Shedagon Pagoda. Eine wunderschöne und echt beeindruckende buddhistische Anlage (und ich kann eigentlich nach zahlreichen Besuchen in Asien wirklich keine Tempel mehr sehen…). Nachdem wir erst einmal selbst um die vielen Bauten gewandert waren, beschlossen wir uns einen Guide zu organisieren. Der junge Mann erzählte uns viele, wirklich interessante Dinge über die Anlage. Der Glaube an eine höhere Macht und Astronomie hier ist sehr groß. So hat man je nach Tag an dem man geboren ist einen Planeten zugewiesen, ein Tier und eine Zahl. In der burmesischen Woche werden acht anstatt sieben Tage gezählt. Mittwoch zählt komischerweise in dieser Hinsicht als zwei Tage: Mittwoch Morgen und Nachmittag. Für jeden Wochentag gibt es nun eine gewisse Ecke in der Pagoda, in der jeder, der an diesem Tag geboren ist zum Beten hingeht. Auch wir durften an einem Ritual teilnehmen. Um mit Glück gesegnet zu werden kippt man heiliges Wasser über eine Buddhastatue, sein Geburtstier und eine weitere Buddhastatue und lässt anschließend drei mal einen Gong klingen.

Wir lernten wirklich viel über die gesamte Anlage innerhalb von nur einer Stunde und waren froh einen Guide gehabt zu haben. Die Gebäude sind wirklich beeindruckend und voller Gold. Selbst innerhalb Teilen der Pagode, die niemand zu Gesicht bekommt, hängen abertausende von Schmuckstücken wie zum Beispiel Goldringe und Ohrringe, die von Familien gespendet worden sind. Außerdem befindet sich auf der Spitze der Pagode, die aus 500 Kilo Gold besteht, der zweitgrößte Edelstein des Landes.

Nach dem eindrucksvollen Morgen in der Pagoda gingen wir in Richtung See im Stadtpark, der uns wirklich nicht vom Hocker gehauen hat. Nach ein paar Metern machten wir kehrt um eine noch schlechtere Entscheidung zu treffen. Wir besuchten den Zoo, der direkt nebenan gelegen war. Empfohlen wurde uns dieser unter anderem von der netten einheimischen Frau, die uns am Vorabend begegnet war. Hauptsächlich aber entschlossen wir uns aber wohl durch den Zoo zu gehen, da der Eintritt gerade einmal 1.70 Euro kostete und wir uns so einen Umweg um das Gelände bei einer Hitze von 35 Grad sparen konnten. Über artgerechte Tierhaltung kann man hier wirklich nicht sprechen und wir machten uns recht schnell wieder aus dem Staub. Dafür fanden wir darauf hin einen echt coolen Markt, in dem Stoffe, Edelsteine, Gold und Gemälde verkauft wurden. Wir nahmen uns Zeit die Atmosphäre bei einem frisch gepressten Saft wirken zu lassen und beobachteten die Menschenströme.

Auf der gegenüberliegenden Seite war eine hochmoderne Shoppingmall, die im Kontrast zu dem chaotischen, vollgestopften lokalen Markt stand. Dort schlenderten wir durch die verschiedenen Etagen, bevor sich auch schon unser zweiter Tag in Myanmar dem Ende zuneigte. Am kommenden Tag sollte unsere Reise bereits weiter nach Kalaw gehen.

Dies lief allerdings wieder völlig anders als erwartet. Wir hatten unseren Bus bereits am Vorabend gebucht, aber erst am Morgen realisiert, dass wir vor der 12 stündigen Busfahrt noch etwa 2 Stunden im Taxi sitzen würden um zur Busstation zu gelangen. Also ging es um vier Uhr nachmittags los in Richtung Yangon Busstation. Die wohl größte und choatischte, die ich bisher in Asien zu Gesicht bekommen hatte. Wir bezahlten unserem Taxifahrer noch ein bisschen mehr um uns direkt zu unserem Bus zu bringen – alleine hätten wir diesen wohl niemals gefunden und würden immer noch in Yangon herumirren. Wie sich allerdings herausstellte war unser Bus noch nicht da und wir hatten noch genug Zeit ein schnelles Abendessen herunter zu schlingen. Wir landeten in einem Restaurant um die Ecke, welches von einem ca. 12 Jahre alten Jungen geleitet wurde. Er rannte mit genervten Gesichtsausdruck umher und schrie Bestellungen mit voller Lautstärke quer durchs ganze Restaurant. Nachdem er die Teller zu unserem Tisch brachte stellte sich heraus, dass wir einfach nur Blumenkohl in Öl bestellt hatten. Na gut, also direkt noch eine Bestellung hinterher. Als wir am Busstand ankamen, wartete bereits ein fast voller Bus auf uns. Zum Glück gab es feste Sitzplätze und auch wenn die Deko inklusive gehäkelten Decken doch sehr an Omas Wohnzimmer aus den 80er Jahren erinnerte, waren die Sitze wirklich gemütlich, ließen sich weit nach hinten senken und boten viel Beinfreiheit. Sogar Getränke und Snacks gab es im Preis inbegriffen. Viel Schlaf gab es trotzdem nicht, da wir jedes Mal wenn uns gerade die Augen zugefallen waren wieder stoppten. Und anstatt wie vorher gedacht um 6 Uhr morgens wurden wir plötzlich um 4 Uhr früh von unserem Busfahrer aus dem Schlaf gerissen und wir standen im verlassenen und dunklen Kalaw und hatten keine Ahnung wohin wir gehen sollten…

TO DO IN YANGON

Pagode: Ein wirklich beeindruckender Komplex, den man definitiv sehen sollte. Eintritt kostet rund 10.000 Kyatt. Für unseren Guide, der sich wirklich gelohnt hat, bezahlten wir weitere 10.000 Kyatt.

Traditioneller Markt: Ein buntes Chaos, das man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte. Wohin man nur sieht sind Menschen und Autos und Roller quetschen sich durch die kleinen Gassen. Hier gibt es auch einige kleine Essensstände. Wirklich einen Besuch wert!

Food Market: Unfassbar viele Essensstände direkt am Park gelegen. Vor allem alle die gerade in Myanmar ankommen sollten sich auf dem Markt die Bäuche vollschlagen und sich durch die einheimische Küche probieren.

Wandere durch die Straßen: Das womit wir wahrscheinlich die meiste Zeit verbracht haben. Schlendert einfach durch die vielen vollen Seitenstraßen und genießt die Atmosphäre. Überall gibt es etwas zu sehen und interessante Dinge zu beobachten. Besonders in Richtung Fluss und in Chinatown kann man so echt Zeit totschlagen!

Tipp: Etwas was man eher nicht mit Myanmar verbindet, aber wir sind zufällig an einem indischen Eisladen vorbei gerannt auf unserem Rückweg ins Hotel vor dem die Einheimischen nur so Schlange standen. Wir probierten direkt drei verschiedene Sorten und waren wirklich beeindruckt! Dies war wirklich eins der besten Eis die ich je in meinem Leben hatte! Er liegt an er Hauptstraße zwischen der 28. und 29. Straße.

HOW TO GET THERE

Yangon hat einen internationalen Flughafen und einen riesigen Busbahnhof von dem aus man in die meisten anderen Städte in Myanmar gelangt. Bustickets können in so gut wie jedem Hotel gekauft werden. Außerdem gibt es in den meisten größeren Städten kleine Reisebüros, die allerlei Tickets und Touren anbieten.

HOW TO GET AROUND

Egal wo du dich in der Stadt befindest werden hunderte Taxen im Umkreis sein. Glücklicherweise gibt es hier wie in den meisten anderen asiatischen Ländern auch Grab und ist wahrscheinlich die günstigste Variante von A nach B zu gelangen (ausgenommen von den öffentlichen Bussen natürlich). Vieles in der Stadt kann man aber locker zu Fuß erreichen. So kann man auch die vielen Eindrücke viel intensiver wahrnehmen und wird ständig mit einem lächeln begrüßt.

GOOD TO KNOW

Vom Flughafen ist die Innenstadt knapp eine Stunde entfernt. Dort gibt es allerdings WLAN und du kannst dir ein Grab bestellen oder eines der Taxen direkt vorm Ausgang nehmen. Die meisten Taxifahrer mit denen wir gesprochen haben verlangen um die 10.000 Kyatt.

Buche vorher dein Hotel online! Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben wir hier festgestellt dass es oft sogar bis zu dreifach so viel kostet einfach zum Hotel zu fahren und spontan einzuchecken. Auch beim Verlängern auf jeden Fall erst den Preis online abchecken und notfalls im Internet buchen anstatt direkt über das Hotel.

Steckdosen… Bevor wir uns auf die Reise gemacht haben waren wir verwirrt allerlei verschiedene Angaben zu den Steckdosenarten in Myanmar zu finden. Tatsächlich gibt es aber überall 3 verschiedene Outlets u.a. das gleiche, das wir auch in Deutschland benutzen.

Der Busbahnhof in Yangon ist riesig und knapp 2 Stunden Autofahrt von Downtown entfernt. Fahre also rechtzeitig von deinem Hotel los wenn du deinen Bus bekommen willst.

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